Gottesdienst und Gegenwart der Heiligen
Die lichtdurchfluteten Kirchenbauten der Gotik boten einen großartigen Raum für die liturgischen Handlungen des 13. Jahrhunderts. Gleichzeitig dienten sie zur Beherbergung und Zurschaustellung zahlreicher kostbarer Reliquien, durch welche die verehrten Heiligen vor Ort anwesend waren. Kirchliche Würdenträger in kostbaren Gewändern leiteten die von Prozessionen geprägten Liturgien. Die Altäre der Kirchen wurden ab der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts mit großformatigen Tafeln ausgeschmückt, kostbares Kirchengerät begleitete die festlich gestalteten Handlungen. Die umfangreichen Regeln, Gebräuche und Bestimmungen für die Gottesdienste innerhalb des Kirchenjahres wurden erstmals im 13. Jahrhundert in sogenannten Ordinarien festgehalten, durch die noch heute exakt nachvollziehbar ist, welche liturgischen Funktionen die gotischen Dome und ihre Ausstattungsgegenstände im 13. Jahrhundert hatten.
Die Ausschmückung des Altars mit großformatigen Tafeln zählt zu den neuen Formen der gottesdienstlichen Verehrung in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dieses großartige Retabel wurde für die kaiserliche Stiftskirche in Goslar gefertigt. © Goslar, Städtisches Museum, Volker Schadach





